Montag, 29. Juni 2009

Brisbane

Hallo alle zusammen!

Heute in Brisbane angekommen schreib ich mal wieder. Und muss leider gerade feststellen, dass meine Digicam nicht erkannt wird, somit heute keine Fotos. Schade.

Seit dem letzten Mal hat sich nicht viel getan, viel Meer halt, und ich hab Fraser Island ausgelassen - DIE Attraktion schlechthin in dieser Gegend. Hab versucht irgendwie billig rueber zu kommen, moment, billig gibt's in Australien nicht, also ich korrigiere, ich hab versucht nicht so teuer rueber zu kommen, und muss zugeben: ich bin gescheitert. Nachdem ich nicht 90 Euro fuer Faehre und Rundfahrt in einem 40-Personentouristenbus blechen wollte, bin ich auf dem Festland geblieben. Man kann eben nicht alles haben.

Tja, und dann hab ich da noch was letzte Woche angekuendigt...
Nun, auch ich hab hier mitbekommen, dass der Sommer in Europa nach einem Blitzstart im April nun auf sich warten laesst und ihr somit im Dauerregen sitzen bleibt. Deshalb ich mir gedacht ich erklaer mich solidarisch und verzichte eine Woche auf meine australische Sonne und stelle mich fuer 7 Tage unter die Dusche. Da sie hier aber an chronischem Wassermangel leiden, hab ich diese Idee wieder verworfen und eine Alternative gesucht. Und gefunden.
Und so kommt es nun, dass ich morgen zeitig in der Frueh einen Flieger besteige und auf die Fidschis fliege, weit weg von der australischen Sonne. Richtig, auf die Fidschis.
Das Ganze mache ich natuerlich nur fuer Euch!!!!!! Ich kann's mir vorstellen was Ihr Euch jetzt denkt... *g* dankt mir spaeter ;o) So long, BULA!!!!!

Dienstag, 23. Juni 2009

Rockhampton

Nachdem meine treuen Blogleser genug vom Schlangenfoto haben, hab ich mir gedacht, wird es wieder mal Zeit etwas zu schreiben. Nun, schaun wir mal auf die Speicherkarte der Digitalkamera, was sich so getan hat.

Da war einmal Schni Schna Schnappi, seines Zeichen Krokodil



Dann war ich wieder mal Nemo suchen am Great Barrier Riff. Nemo nicht gefunden, dafuer aber Muscheln, die so gross waren, dass ich darin Platz haette, und natuerlich wieder mal jede Menge bunter Fische in allen moeglichen Formen und Groessen. Nun, die einen sagen, ein Beweis fuer die Kreativitaet Gottes, andere sind sich sicher, dass bei der Schoepfung Drogen im Spiel waren.



Und dann war ich da noch letzten Sonntag auf den Whitsunday Inseln. Und ihr werdet es euch kaum vorstellen koennen, aber am Vormittag hat es eine Stunde geregnet. Frechheit, oder?! Die Aussies nennen die uebrigens "liquid sunshine".
Apropo Aussies. Um auf die besagten Inseln hinzukommen. Braucht man entweder viel Geld oder dicke Oberarme um selbst dorthin zu schwimmen. Da ich ueber beides nicht verfuege (bin den Oberarmen zwar naeher) hab ich bei ein paar Privatleuten im Hafen gefragt, ob sie mich mitnehmen. Keine Chance. Haben alle gesagt: "nimm die Faehre!". Nun gut, die Faehre kostet aber 145 AUD, ca. 80 Euro. ('Touristenabzocke' ist hier kein Fremdwort). 80 Euro fuer eine doofe Bootsfahrt ist aber fuer den Kiwo nicht drinnen, also hab ich einen anderen Weg gesucht und gefunden. Fuenf Australier (davon eine sie), die urspruenglich zu sechst unterwegs gewesen waeren, haben ein uebriges gebuchtes Ticket gehabt und haben es mir fuer 30 Euro verkauft. Juhu! Somit war ich zwar den ganzen Tag an die trinkfreudigen Gesellen gebunden, was aber zur Folge hatte, dass wir bei dem Zwischenstop auf Hamilton Island mit Golfbuggies auf einer Go-Kartstrecke herumgeduest sind (die Bahn hatte zwar zu weil es ja geregnet hatte, aber ich hab gesehen, dass man hinten rum mit den Buggies auf die Strecke kann), in FlipFlops bzw. barfuss auf einer Driving-Range eimerweise Golfbaelle verschossen haben und lauter so Bloedsinn halt.



Whithavenbeach sieht dann uebrigens so aus (ja ich weiss, ich bin noch ziemlich kasig, ist ja auch nur Wintersonne die ich hier abbekomme...)



Ansonsten tut sich hier auch nicht recht viel. Zuckerrohrfelder, Wasserfaelle, Regenwald, Bushwalks, Kokosnuesse am Strand essen, Hoehlen, Airlie Beach (eine Partystadt, oder der Australische Ballermann...), Sandburgen, das Uebliche halt...



Negatives? Hm, mal ueberlegen. Ja, da war doch was, und zwar am 16. Juni! Keine Ahnung was an dem Tag los war, aber das war wohl nicht ganz so mein Tag.

Hab mir naemlich einen Schnorchel und Taucherbrille zugelegt. Und weil's grad gepasst hat, hab ich mir gedacht, die probier ich am Mission Beach mal aus. Ich setz die Brille samt Schnorchel auf die Stirn, geh ins Wasser, bin Bauchhoch drinnen, es kommt eine grosse Welle, ich dreh mich um, die Welle schwappt meine Schnorchelausruestung von meinem Haupt, ich catch mich in Hollywoodmanier hinterher, sie entgleitet knapp meinen Fingern, ich richt mich auf, sehe nur Schaum und aufgewirbelten Sand. Ich warte bis sich der Sand gelegt hat, und weg ist sie. Einfach futsch, bevor ich noch das Mundstueck ueberhaupt angesabbert habe. Ich hab dann gesucht, weil so nicht, nicht mit mir, kann ja nicht sein, dass ich mir so einfach 25 Euro vom Meer entreissen lasse. Also hab ich gesucht. Und wie ich gesucht habe. Aber nach ca. zwei Stunden hab ich ausser einem murz Sonnenbrand (ich war eingeschmiert) nichts an Land gebracht. Ich bin dann ein bissi frustriert wieder zurueck zu meinem Badetuch und hab mich ein bissi geaergert. Dann aber wie auf Knopfdruck der erloesende Gedankengang: "He, du liegst in Australien am Strand und hast deine ungebrauchte Schnorchelausruestung verloren. Gibt's was Schlimmeres??? JAAAA, gibt es!!!!" und somit war die Schnorchelausruestung abgehackt.
Am Abend hab ich dann festgestellt, dass ich auch meine Sonnenbrille irgendwo angebaut habe, aber das war mir dann auch schon wieder egal. Es gibt da Tage, da verliert man, und es gibt Tage, da finden (gewinnen) die anderen.

So, noch schnell: Am 4. Juli laeuft mein Visum aus. Was ich mache? Ich sag's euch beim naechsten Mal. Ihr muesst unbedingt gucken wie' weiter geht. So long, adios!

Montag, 8. Juni 2009

Cairns

So, was hat sich die letzten 2000km so getan....

Da war einmal viel Asphalt. Und auf dem Asphalt so manches Tierchen. Die meisten zwar zusammengefahren, aber dieses hier war noch sehr lebendig.



Dann war da ein Bussard, der bei knapp 100 Sachen auf meiner Stossstange landen wollte. Landung ist daneben und die Plastikverkleidung (die den Kuehler schuetzen sollte) in Brueche gegangen. Da nun der Kuehler fuer Kaefer und Steine offen frei lag, musste ich in Normanton improvisieren. Fuer die restlichen 700km nach Cairns sollte ein Fliegengitter dienen. Gesponsert wurde dieses Fliegengitter von John. John, ein netter Kerl um die 80 Jahre, hat mich gleich eingeladen bei ihm und seiner Frau zu wohnen. Sein Zuhause war zwar nicht unbedingt europaeischer Standard (oder hat jemand von euch Laubfroesche im Badezimmer?), und sein Hund Moshy war so friedlich, der hat nicht einmal seine eigenen Floehe gebissen. Nachdem ich jedenfalls Moshy als Dank fuer das Fliegengitter und die Gastfreundschaft mit einem Entlausungs- und Entflohungsmittel gebadet habe, sind wir zu Wolf gefahren - ein Freund von John. Und der Typ war nur mehr noch geil. Wolf, mit buergerlichen Namen Wolfgang Arneth, ursprunglich aus der Steiermark, ist in den 50 Jahren nach Australien ausgewandert und hat seinen Lebensunterhalt mit der Jagd von Krokodilen, Dingos und Bueffeln verdient. Er hat dann ein paar Geschichten von Frueher erzaehlt und mir ein paar Fotos gezeigt. Eines hing davon an der Wand. Aber seht selbst. Links Wolf, rechts John. (und die Geschichten gibt's dann, wenn ich wieder zuhause bin)




Am naechsten Tag bin ich dann zum jaehrlichen Rodeofestival in Normanton. Natuerlich ich voellig underdressed, aber ich hab halt kein Hemd dabei, und keine Cowboystiefel, und keinen Akubra (Cowboyhut). Aber lustig war's. Bei einem Bewerb haben sich die Typen im Galopp einem jungen, wilden Stier genaehert, haben sich dann auf seine Hoerner niedergeschmissen und den Stier dann an den Hoernern zu Boden gerungen. Voellig unsinnig, aber was willst sonst schon machen wenn kilometerweit nur Buschland ist... (Foto ist vom wilden Pferde reiten)



Nach unzaehligen Kilometern Buschland wurde es dann wieder huegeliger, dafuer diente der eine oder andere Wasserfall als Badewanne.

Hier im Bild das Model Millaa Millaa. Optisch wunderschoen, allein den Warmwasserschalter hab ich nicht gefunden, was mir aber in dem Moment aber auch schon wieder ziemlich Blunz'n war.



Tja, und dann hatte ich noch mal ein grosses Adrenalinhoch, kurz vor Cairns. Ich geriet naemlich in eine Polizeikontrolle. An und fuer sich kann man mir ja nicht viel vorwerfen, aber Sid's Hinterreifen sind seit Mount Isa nicht mehr ganz das, was sich die australischen Gesetzeshueter so vorstellen. Der TWI naemlich schon deutlich glattgefahren. Mein Glueck war, dass es eine reine Alkoholkontrolle war, und so glich zwar mein Promillgehalt der Atemluft der Profiltiefe von Sid's Hinterreifen, blieben aber unbegutachtet und ich durfte weiterfahren. Ich hab's mal als Zeichen von oben gesehen und heute in der Frueh die beiden Slicks wechseln lassen.

So, dass war's aber auch schon wieder, nur die besten Gruesse von hier herunten.

Zum Abschluss ein paar so Gedanken, die einem so unterwegs kommen, wenn man durch die Gegend gondelt oder nachts in einen Sternenhimmel blickt, der dem Bild eines Fernsehers ohne Empfang gleicht:

Was bin ich klein und winzig im Vergleich zu diesem Land, diesem Kontinent, dieser Welt, diesem ganzen Universum. So unbedeutend und nichtig, ein Nichts. Aber ein glueckliches Nichts.


Sonntag, 31. Mai 2009

Darwin

Jupp, richtig, nix mehr Alice Springs. Nette 875mg Antibiotika haben's moeglich gemacht, dass ich mit Sid wieder durch die Gegend kurven kann. Eigentlich mag ich ja so Chemiezeugs nicht, aber ich muss sagen, diese kleinen Pillchen wirken Wunder. Moechte wissen, wie das Zeug erst gewirkt haette, wenn ich wirklich krank gewesen waer... :o)



Bin gerade in Darwin angekommen, und irgendwie sehne ich mich wieder zurueck nach Alice Springs. Hier ist es ziemlich tropisch, sprich feuchtheiss, und das nicht nur tagsueber. Dieses Klima lockt unheimlich viele Mosquitos an und machen einem die Nacht zur Hoelle. Und wenn ich alle Fenster schliesse, erstick ich. Also Fenster auf, Mosquitonetz ueber die offenen Fenster und auf Wind hoffen. Die Landschaft ist dafuer wieder umso geiler.

Kleine Baeche mit warmen Wasser die ueber Felswaende runterpurzeln und zum Baden einladen, Huegel mit Buschland und geilen Sonnenuntergaengen.



Meine erste Begegnung mit den beinlosen Tierchen hab ich inzwischen auch hinter mir. Ich schwimm so dieses Baechlein bei Mataranka entlang, da kreuzt sich mein Weg mit dem einer Schlange die nur ueber den Bach wollte. Ich schau sie an, sie schaut mich an, und wir waren uns einig - wir schwimmen um die Wette. Ob giftig oder nicht, hab sie nicht gefragt - keine Zeit fuer smalltalk. Beide bis in die Zehen- bzw. Schwanzspitze und dem Zusatzfaktor "Angst" motiviert sind wir losgeschwommen was das Zeug herhaelt. Leider wissen wir nicht, wer gewonnen hat, weil sie ist in die eine Richtung davon geduest, und ich in die andere. Wuiiii, aber jetzt weiss ich warum die australischen Schwimmer bei den olympischen Spielen immer alle Medaillien einheimsen.

Sonst sind mir noch zwei mal Schlangen in freier Wildbahn untergekommen, aber nicht mehr so nahe. Jetzt mach ich mich dann auf die Suche nach den Kroks.



So, was gibt's sonst so neues. Die letzten Tage war ich mit Chris unterwegs. Absolut schraeger Kerl. 48 Jahre alt, demokratischer Amerikaner der in Paris an der Uni Englisch unterrichtet und nebenbei Buecher schreibt, zwei Kinder, seit einem Jahr geschieden, und hat nun vor ein Jahr durch Suedamerika, Australien und Suedostasien zu reisen.

So, jetzt werd ich mal einen Stadtrundgang machen und mir ein Eis reinziehen. So then, liebe Gruesse von hier herunten, Indiana KiWo (in Anlehnung an Indiana Jones, der hat naemlich auch ziemlich viel Schi... aeh Respekt vor Schlangen)

Samstag, 23. Mai 2009

Alice Springs Teil 3

Die guten Nachrichten zuerst:

* Sid's neue Kupplung ist eine Freude fuer den linken Fuss. Ich fuerchte fast mein auftrainierter linker Oberschenkel wird bei den naechsten Kilometern wieder schwinden...

* Mein Hals ist wieder der Alte und schmerzt eigentlich kaum mehr, nur mehr beim Gaehnen...

* Die SV Ried vernichtet zuhause Rapid Wien und FC Red Kokain Salzburg jeweils mit 3:0, gewinnt nun auch auswaerts und hat noch Chancen auf einen internationalen Startplatz. Und das obwohl sie zu Saisonbeginn als Abstiegskanditat gehandhabt wurde. SVR, du geile Sau!!! (So, dass musste einfach auch mal hier geschrieben werden! ;o)

Die weniger guten Nachrichten:

* Bin noch immer in Alice Springs

* Die ganze Grippe/Infektion hat sich vom Hals/Rachenraum ueber die Stirn in die Ohren verzogen. Symptome wie eine verstopfte Nase (die ist dicht wie die Rieder Abwehr), Kopf- und Ohrenweh sind so meine taeglichen Begleiter. Dennoch meine einzigen Sorgen hier herunten: Hoffentlich werde ich nicht krank und kann Hamdi Salihi eine weitere Saison gehalten werden!

So, und das war's auch schon wieder. Mehr kann man auch nicht schreiben wenn man die ganze Zeit nur herumhaengt und sich mit Aepfeln, Bananen und Kiwi's und anderem "gesunden" Zeugs vollstopft. Mahlzeit!

Sonntag, 17. Mai 2009

Alice Springs, Teil 2

Tja, bin nicht recht viel weiter gekommen seit dem letzten Eintrag. Befinde mich noch immer in Alice Springs und werd so wie es aussieht noch ein paar Tage bleiben. Nicht weil ich mich in diese Stadt so verliebt haette, noe noe, aber Sid geht es nicht so gut und seine Kupplung wird es nicht mehr lange machen. Und da es bis Darwin doch 1500km sind, hab ich mir gedacht, ich werd das noch hier richten lassen. Also bin ich los Info's einholen. Die erste Werkstaette die ich gefunden habe, "Breaks & Clutch" hat gleich mal gesagt 900 Dollar. Das waeren zu Beginn der Reise 450 Euro gewesen. Inzwischen ist der Euro gefallen und es sind 500 Euro (um den Daumen). "500 Euro fuer eine Kupplung??? Sicher nicht mit mir!" hab ich mir gedacht und bin zur naechsten Werkstaette. Kurzum, die naechsten vier Werkstaetten die ich anheuerte waren alle nicht billiger. Im Gegenteil, eine meinte sogar 1200 Dollar. Da die Kupplung aber in Alice Springs nicht vorraetig ist, muss sie erst von Darwin geliefert werden. Also warten.
Also bei mir ist es jetzt gerade Montag Mittag und Sid ist bis 16 Uhr in der Werkstatt.
Was macht man dann so lange, wird sich der eine oder andere fragen.
Nun, ich hab mich mit Sid solitarisch erklaert und hab auf den Besuch der Flying Doctors, der School of Radio (Schule ueber Funk) und dem Reptilienzoo verzichtet und ebenso meine Schwaechen gezeigt, dazu gehoeren Halsstechen, Husten, Schwinden, Fieber, verrotzte Nase usw. Ein bissi ein Kratzen im Hals hab ich eh schon vor ein paar Tage vernommen, hab mir so Lutchpastillen aus der Apotheke zugelegt, aber die waren eher fuer den Arsch. (Also schon oral einzunehmen, aber die Wirkung lies sehr zu wuenschen uebrig). Als ich dann am naechsten Tag in der Frueh aufgewacht bin (hab eh kaum geschlafen wegen dem Stechen) war sogar fuer mich als Laien zu erkennen der Hals auf der Seite uebel angeschwollen. Vielleicht ist ein Doktor doch nicht so verkehrt, hab ich mir gedacht und hab mich auf die Suche gemacht. Vier so Medical Clinics haben sie da im Zentrum von Alice Springs, aber alle haben sie mich abgewiesen. Sie haben keinen Termin frei. Erst morgen oder uebermorgen. Hab eh gemeint, dass ich keinen Termin (appointment) brauch, sondern nur einen Doktor der 5 Sekunden in meinen Rachen schaut und sagt was los ist. Da haben alle Sprechstundentanten unisono gemeint ich soll's ins Krankenhaus gehen. Also bin ich ins Krankenhaus. Dort durfte ich dann bleiben, mich in die Notaufnahme setzen und warten und warten und warten. Nach dem Warten begann dann die Zeit zu warten und zu warten, und dann, und das jetzt ohne Uebertreibung, nach vier Stunden kam ich dann an die Reihe. Ob's ein Arzt war oder nicht, weiss ich nicht. Aus jeden Fall kam er urspruenglich aus Sri Lanka, und nachdem ich ihm alle meine Symptome geschildert habe, meinte er es ist eine flu. Also nicht die swine flu, aber doch eine ordentliche Grippe. Da ein Kirchmoa Woiferl aber nicht krank sein kann (er hat hoechstens Symptome einer Krankheit, ist aber per Definition unerkrankbar ;o) und sich der Arzt also in seiner Diagnose geirrt haben muss (seinen Stappel Medikamente hab ich trotzdem mal mitgenommen) hab ich die letzten Tage sehr inaktiv verbracht. Bin eigentlich nur herumgelegen und hab gewartet und gelesen und geschaut und geschlafen und bin kurz mal Kiwis, Bananen, Aepfel kaufen gewesen, aber hab sonst nicht viel getan. Gebessert hat sich eigentlich noch nicht viel. Das Kratzen im Hals ist zurueck gegangen, aber der Inder/Srilanker/Shamene/Arzt hat gemeint, das wird ein bis zwei Wochen dauern und ich soll inzwischen Sonne und Staub meiden. Haha. So ein Scherzkeks. Alles was es um Alice Springs herum gibt ist Sonne und Staub. Schoene Sonne und schoene grosse Haufen Staub, aber eben alles was die Schleimhaeute austrocknet und Angriffsmoeglichkeiten fuer alles moegliche bietet. Na super. Naja, positiv denken: ich hab die letzten Tage viel Benzin gespart und kann dafuer Beethovens 5. Symphonie in a-moll rueckwaerts schneuzen. Weniger positiv: Ich hab ja keine wirkliche Krankenversicherung abgeschlossen. Die haette naemlich fuer 6 Monate das doppelte gekostet als was ich jetzt dem Krankenhaus von Alice Springs fuer 4 Stunden Warten und 10 Minuten Kontakt mit einem Inder gesponsert habe. Also einmal Arzt sollte noch drinnen sein... schau ma mal wie's weiter geht.

Soweit so gut, bleibt's gesund und geht's alle brav arbeiten, damit der Euro wieder stark wird und ich nicht so viel an Kaufkraft verliere hier herunten ;o)

PS: Aja, am Samstag bin ich um 4 Uhr frueh muntergeworden, voll viel Polizei und der Zugang zur Fussgaengerzone gegenueber wo ich parke abgesperrt. Am Morgen dann erfahren: ein 29-Jaehriger ist mit einem Samuraischwert und zwei Rohrbomben naechtlich durch die Gegend spaziert.... Sachen gibt's....

Dienstag, 12. Mai 2009

Alice Springs

Tja, was tut sich hier so unter der australischen Sonne. War die letzten Tage ziemlich viel unterwegs. Sid zeigt mehr und mehr die Strapazen der Reise zu spueren als ich und ich lerne fast jeden Tag einen Teil des Motors bei seinem englischen Namen kennen. Relativ harmlos ist der zeitlich ausfallende oilsensor, hingegen mach ich mir um die geraeuscherzeugende clutch immer mehr sorgen. Ich hab in Port Augusta mal das Oel wechseln lassen und einen saftey check machen lassen. Natuerlich war ein outlet zur aeration defekt und musste auf der Stelle erneuert werden. Des weiteren wurde mir eine Liste gezeigt, was noch alles bald seinen Geist aufgeben wird. *schluck* Unlustig.
Und auf einmal war wieder so eine leichte Aggression gegen den Car salesman aus Sydney zu vernehmen. "Fully inspected!" hat er gesagt. "Fully inspected". So ein !@#$%^&*( !!!

So, bin inzwischen doch in Alice Springs gelandet. Hab unterwegs Opale gesucht. Und gefunden. Aber das war nur common opal, also nix wert. *schniff* Eine Dame in einem Laden haette mir dafuer ein Bier gegeben. Also nicht weil der Stein es wert sei, aber weil ich vier Stunden dafuer im Staub gebuddelt habe.

So sieht er aus:


Dann war ich beim Uluru oder auch Ayers Rock genannt. Also man kennt ihn ja von Postkarten und Bildern. Aber wenn man dann davor steht... BIST DU DEPPAT IS DES EIN IMPOSANTER GEILER FELSEN!!!! (Manche sagen zwar es ist ein einziger Stein, andere sagen, dass man das so nicht sagen kann. Ich hab gar nichts gesagt, ich hab nur noch g'schaut.)

So, zu euren Fragen.

Jaja, Kaengurus hab ich auch schon viele gesehen. Viele leider auch zusammengefahren am Strassenrand, und ein paar Mal schon als riesige Adler sich ueber den Kadaver hergemacht haben. Das sind vielleicht auch Viehcher!!!! Schlangen und Spinnen sind mir bis jezt nur hinter Glas zu Gesicht gekommen. Ausser einer klitze kleine Spinne einmal auf Sid, aber die war so klein, dass sie nicht zaehlt.

Das hier ist uebrigens kein Adler.


Wann ich wiederkomme, weiss ich noch immer nicht. Rein zeittechnisch bin ich wohl bei der Halbzeit angelangt. Finanziell hab ich den geplanten Zenit schon laengst ueberschritten. Kann also noch lustig werden.

Was ich am meisten vermisse? Nun, der eine oder andere gemuetliche Tratsch mit euch an der Salzach/zuhause/Dienststelle/Uni/Berater geht schon ab. Natuerlich auch an Pedan seine Couch oder das Rieder Stadion. Vor allem wenn die Dosen 3:0 herpaniert werden!
Keine Ahnung warum, aber ein Spaziergang mit Bodo waer auch auf der Liste.

Ansonsten gibt es hier nicht viel zu vermissen. Kulinarisch fehlt es hier eindeutig an Kaese. Hab mir mal ein Stueck Camenbert gegoennt zur Jause, aber bei dem ersten Biss wurden Erinnerungen aus der Kindergartenzeit hervorgerufen als ein Stueck Knetmasse verputzt wurde. Pfui war der grauslich. Das restliche leistbare Kaeseangebot ist geschmackslos mit einer leichten Nuance nach Plastik im Abgang.
Nun, wofuer ich nun wohl zu Fuss Australien durchqueren wuerde waere ein Stueck Sachertorte, und fuer ein Blech Erdbeerkuchen von der Frau Mama wuerd ich auch wieder retour gehen. Erdbeersaison ist leider im Juni, das wird sich leider heuer nicht ausgehen :o(

Die schwierigste Frage kommt aus Koeln. Also wenn ich mal ganz grob fahrlaessig verallgemeinere, wuerd ich sagen, die Neuseelaender sind genauer, alles geht regelkonformer und ordentlich ab. Australier sind da was Regeln und Gesetze angeht nicht soooooo genau. "No worries!, wird schon irgendwie gehen." Auch im Radio. Australien merkt die Krise genauso wie der Rest der Welt, viele Arbeitsplaetze gehen verloren, Pensionen sind eingefroren, aber trotzdem widmet man sich schlagzeilentechnisch genauso dem angeschlagen Oberschenkel des Starverteidigers des lokalen Football Teams. Also Probleme sind durchaus da, aber es wird schon irgendwie weiter gehen. Viele Haeuser sind zum Verkauf angeboten, man kann sich die mortages (Kreditrueckzahlungen) nicht mehr leisten, naja, dann verkauft man halt und zieht in ein kleineres.
Humortechnisch. Nun, ich wuerd's mal so sagen, was ich halt so mitbekommen hab. In Neuseeland regiert der eher schwarze Humor, kurz, pointiert. In Australien "rennt" der Schmaeh mehr so dahin. Da wird im Radio ueber den andern Kommentator hergelaestert, und das zieht sich schon mal so ein Weilchen dahin. Wirklich belegen kann ich dies natuerlich nicht, aber ein paar so Kleinigkeiten:
Im Radio in Neuseeland gehoert:
Nachrichten. In Kroatien hat ein Mann versucht mit Gewehr und Panzerfaustrakete seine Schwiegermutter umzubringen, die Frau hat aber ueberlebt. Nach den Nachrichten haben die Sprecher die Story wieder aufgegriffen. Einer meinte halt nur so, es wundert ihn mehr wie er nur scheitern konnte. Ein Attentat an die Schwiegermutter selbst koennte er durchaus nachvollziehen. Dann haben's noch das Geschehen rekonstruiert und eingespielt.
--- Knock knock. (aeltere, gebrechliche Frauenstimme) "Miroslav, is it you?" Dann hoert man 15 Sekunden lang Schuesse, Explosionen und Maschinengewehrsalven. Stille. (wieder die Frauenstimme) "So what do you want?" ---

Hoffe der Gag kommt rueber...

In Australien verarscht man sich halt gerne, nimmt es aber nie recht persoenlich. Also ein wenig oberflaechlich. Einer meinte, wenn ich mit meiner Reise fertig bin und Sid ueber eine Klippe schupse ist der Spassfaktor hoeher als der finanzielle Wert. Fand ich nicht lustig. Sid auch nicht.
Dafuer einmal auf einem Postamt. Ein Mann so um die 70 will ein Paket abholen. Versteht nicht was die Dame am Schalter (ca. 50) sagt und meint, sein Hoergeraet funktioniert nicht immer. Meinte die Frau: "Perhaps you should turn them on?" Er darauf: "I turn them on all, baby" und haut sich dabei selber mit einem Schenkelklopfer ziemlich ab.

Aja, die Strassen haben hier zu Teil ausgefallene Namen. Eine hiess "nowhere else road", oder man faehrt so stundenlang durch eine flache, trockene Buschlandschaft. Auf einmal kommt ein nachgemachtes Strassenschild mit dem Verbot "No fishing" daher.

Well, so long, freu mich immer wieder von euch zu lesen, all the best und bis denne!